Was ist medikamentöse Botulinumtoxin-Therapie?
Botulinum-Toxin (Botox) wird seit vielen Jahren erfolgreich bei zahlreichen Erkrankungen mit muskulärer Hyperaktivität (also einer unangemessen hohen Muskelspannung) eingesetzt. Der Einsatz von Botulinum-Toxin durch gezielte Injektionen in die schmerzhaft verkrampften Muskeln hat sich als effektive Schmerztherapie erwiesen.
In der modernen Schmerztherapie wird Botulinumtoxin eingesetzt, um die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel zu blockieren und so chronische Verspannungen oder Nervenschmerzen zu lindern.
Neben der Schmerzlinderung dient die Anwendung von Botulinum-Toxin auch der Erleichterung krankengymnastischer Maßnahmen. Ebenso kann eine Überfunktion des vegetativen Nervensystems, die sich z.B. in übermäßigem Schwitzen äußert, durch Botulinum-Toxin günstig beeinflusst werden.
Botulinum-Toxin wird in der Schmerztherapie in der Regel erst angewandt, wenn alle herkömmlichen Verfahren konsequent ausgeschöpft worden sind.
Indikationen für Botox-Therapie:
- Neuropathische Schmerzen: lokalen Nervenschmerzen oder Phantomschmerzen.
- Myofasziale Schmerzen: Behandlung von Triggerpunkten und extremen Muskelverspannungen (z. B. beim Piriformis-Syndrom oder Zähneknirschen).
- Spastik: Entspannung verhärteter Muskulatur, etwa nach einem Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose
- Chronische Migräne
- Hyperhidrosis: übermäßiges Schwitzen
Behandlungsdauer
Die Injektionen mit feinsten Nadeln werden in 3 bis 6-monatigen Abständen wiederholt. Die Wirkung kann monatelang anhalten, auch wenn sich das Botulinum-Toxin nicht mehr im Körper befindet.
In vielen Fällen genügen 2-3 Therapiesitzungen, wenn sich die ursprünglichen Spannungsreflexe beruhigt haben.
Wichtige Kontraindikationen
Die Therapie ist nicht geeignet bei neuromuskulären Erkrankungen (z. B. Myasthenia gravis), während der Schwangerschaft oder bei Einnahme bestimmter Antibiotika.